SILVESTERKNALLEREI

was Sie tun können

 

Die Zeit vor Silvester:

1. Gassi-Management

 

  • Behalten Sie ängstliche Hunde an der Leine! Stehen Sie ihrem Hund bei.  Jedes Jahr entlaufen Hunde aus Panik und sind danach auf sich alleine gestellt.
  • Versuchen Sie ihre Gassizeiten so zu wählen, um nicht zur "Knallerhauptzeit" raus zu gehen.
  • Meiden Sie Menschenansammlungen, Gruppen Jugendlicher, Plätze an denen Sie wissen, daß geschossen wird.

 

2. Rechtzeitig helfen!

 

Um gut helfen zu können, müssen sie frühzeitig beginnen! Schon Ende November/Anfang Dezember können Sie mit beruhigenden Produkten starten.

  • Beim Tierarzt gibt es qualitativ, hochwertige Produkte, die dem Hund ohne Nebenwirkungen gegeben werden können. Diese pflanzlichen Tropfen, EiweißPulver oder Homöopathien helfen in der Vorsilvesterzeit sehr gut. Gibt man diese ab dem ersten Kracher, benötigt man oft sonst keinerlei Tabletten oder ähnliches für die Silvesternacht.
  • Haben Sie immer leckeres Futter bei sich! Bei Hunden, die nicht sofort in Panik verfallen hat sich die Klassische Konditionierung auf den Knaller als gute Hilfsmöglichkeit bewährt. Sobald ein Kracher in der Ferne ertönt, sagen sie ein Markersignal "alles gut", "spitze", "nix passiert" oder ähnliches und halten dem Hund sofort ein Futterstück hin. Dies wiederholen Sie bei jedem Kracher. Bald werden Sie bemerken, daß der Hund, anstatt sich aufzuregen und herumzubellen, nach jedem Kracher zu ihnen schaut, ob es nicht vielleicht ein Futter gibt.  Wichtig hierbei, der Hund muss das Futter noch annehmen wollen. Tut er dies nicht, ist der Kracher zu nahe oder die Methode passt nicht zu ihm (Panikhunde).

 

Hier einige Beispiele von Mitteln, mit denen meine Kunden und ich bereits gute Erfahrung gemacht haben. Bitte beraten Sie sich jedoch immer vorher mit ihrem Tierarzt!!!

Die Silvesternacht

1. Regel - Mittel der Wahl - Raus aus der Stadt

 

Wenn es ihnen irgendwie möglich ist, verlassen Sie die Stadt und fahren Sie mit Ihrem Hund  an einen ruhigeren Ort! Viele Hotels oder Bauernhöfe sind bereits auf "Stadtflüchtlinge mit Hund" eingestellt. Die Hundehotels, die mit leisem Silvester werben, sind meist auf Monate hin ausgebucht. Jedoch finden sich immer wieder kleine Pensionen in versteckten Dörfern, bei denen es ebenfalls ruhig oder zumindest deutlich ruhiger als in der Stadt ist.

 

Eine weitere Möglichkeit ist, den Hund ab 23Uhr einzupacken und beispielsweise ins Marchfeld zu fahren. Die Weiten der Felder bieten ebenfalls Distanz zu den einzelnen Orten und somit eine zumindest etwas ruhigere Umgebung als direkt in der Stadt. Ein Mitternachtsspaziergang zwischen den Feldern mit Fütterung draussen, kann eine deutliche Hilfe für den Hund sein.

Oder die Fahrt mit Musik und Besitzergesang, der ebenfalls von den Krachern ablenkt.

 

 

2. Gassigeh-Management

 

Gehen Sie Vormittag eine große Runde mit Ihrem Hund, solange sich die Knallerei noch im Rahmen bewegt. Mit Angsthunden gehen Sie öfter eine kleine Runde raus, damit die Hunde ihr Geschäft erledigen können aber nicht zu lange dem Lärm ausgesetzt sind. Sind Sie mitten in der Stadt ansässig, wo den ganzen Tag direkt vor der Türe geknallt wird, fahren Sie mit dem Auto in weniger "beknallte" Gegenden und gehen dort noch eimal ausführlich spazieren.

Extrem panische Hunde gehen schon sehr fürh nicht mehr freiwillig aus dem Haus. Versuchen Sie diese zumindest zwischen 12 und 14Uhr noch einmal zu einem Lackerl zu bewegen oder fahren Sie mit diesen ebenfalls mit dem Auto ins Grüne.

 

Für die absoluten Paniker ist dies meist die letzte Runde bis zum nächsten Vormittag, an dem man wieder mit dem Hund raus sollte.

 

Mit allen anderen Hunden sollten Sie soweit vor Mitternacht rausgehen, wie es für den Hund zuträglich ist; und sobald es im neuen Jahr wieder ruhiger wird. Meist ist dies vor 22 und nach 2Uhr früh.

 

3. Management Zuhause

 

Es ist sehr wichtig den Hund nicht bei jedem Kracher zu bedauern. Dies verstärkt seine Angst und macht seine Situation unterträglich. Gehen Sie selber mit Gelassenheit, Ruhe und Selbstsicherheit durch die Wohnung und die Situation.

 

Schließen Sie die Fenster, Jalousien, Vorhänge, sodaß keine Lichtreize von außen ins Zimmer dringen. Lassen Sie Fernseher oder Radio laufen, sodaß in der Wohnung eine konstante Beschallung vom Lärm draussen ablenkt. Beschäftigen Sie die Hunde, bei sehr lauten Krachern wenden Sie die oben angeführte Leckerchen-Methode an. Hunde die normalerweise mit Trockenfutter gefüttert werden, könnten hier beispielsweise Dosenfutter bekommen.

 

Bei ängstlichen Hunden, die keine Leckerchen annehmen, sorgen Sie für einen dunklen, wohligen Rückzugsort. Oft ist dies das Badezimmer, ein Schrankkasten, das WC oder bauen Sie dem Hund eine Art Höhle im Wohnzimmer neben ihnen. Sie können sich neben ihn setzen und ein Buch lesen. Auf viele Hunde wirkt die Stimme des Besiters beruhigend und Sie vermitteln damit Gelassenheit als wäre ja garnichts besonderes im Gange.

 

4. Medikamente

 

Natürlich gibt es auch Medikamente, die angstlösend bis sedierend wirken. Doch Chemie, die ich meinem Hund zuführe um sein Bewußtsein zu trüben, ist nicht das Mittel der Wahl.

Angst bei lauten Geräuschen verstärkt sich meist im Alter. Gerade dann muss man aufs Herz achten!  Bei diesen Medikamenten ist immer eine Voruntersuchung durch den Tierarzt nötig, da vor Gabe stärkerer Medikamente Herzproblematiken usw ausgeschlossen werden müssen.

 

Medikamente die nur das Bewußtsein eintrüben machen Silvesterangst oft nur noch schlimmer, da die Hunde zwar merken, dass etwas nicht stimmt, sie jedoch nicht adäquat reagieren können und das die Panik noch verschlimmert! Daher ist wichtig die Wirkung des Präperates und den Gesundheitszustanden ganz genau mit seinem Tierarzt abzuklären und Medikamente nur im äußersten Notfall einzusetzen.

 

Als Trainer kann ich aus Erfahrung sagen, die Besitzer bereiten ihre Hunde nicht ausreichend auf solche Lebenssituationen vor und reagieren viel zu spät auf die Angst ihrer Hunde.

Jedes Jahr höre ich Anfragen in der Klinik wie: "...gibts da nix für meinen Hund, letztes Jahr wars schon ein Wahnsinn, aber heuer is ur schlimm...", diese jedoch 2 Tage vor Silvester.

Schon im ersten Lebensjahr beginnt das Knallertraining (siehe oben Pkt2/2). Je nach Reaktion und Nervengerüst meines Hundes unterstütze ich ihn bereits ab den ersten Knallern, auch wenn diese schon im November beginnen! Während des darauffolgenden Jahres arbeite ich daran und reicht dies nicht aus, hole ich mir Tips vom Profi.

 

Im Grunde muss man sagen, daß spätestens Pkt 1 oben immer hilft. Ich kenne viele Hundehalter, denen das Wegfahren aus Wien nur zu umständlich und anstrengend ist und daher lieber Medikamente in den Hund einwerfen. Denn MACHBAR ist es eigentlich für JEDEN! - ob es ein Aufwand ist den es einem Wert ist? - da muss sich jeder an der eigenen Nase nehmen!

 

4. Silvester Party

 

Sie haben die Verantwortung über ein Lebenwesen übernommen. Diese gilt lebenslang, 365 Tage im Jahr. Diese Verantwortung kennt keine Feiertage, Parties oder Urlaube!

Alles was ihr Tier hat sind Sie! Wie jeder einzelne Tag ihres Tieres abläuft und welche Qualität er für das Tier hat, liegt an Ihnen! Egal ob Meerschweinchen, Katze, Hund oder Kaninchen - jedes Tier fürchtet sich vor Silvester-Knallern!

 

!!!LASSEN SIE IHR TIER NICHT ALLEINE ZUHAUSE!!!

 

Auch zwei Hunde daheimgelassen, sind zwei Hunde alleine zuhause! Wir Menschen machen diesen Knallerblödsinn und nur wir Menschen können unseren Tieren dabei helfen!

 

In diesem Sinne wünschen Tayo, Miloni und ich einen guten Rutsch ins neue Jahr und wünschen allen diese Nacht so ruhig wie möglich zu überstehen!